Diäten, Fette und Cholesterin

Hoher Cholesterinwert? Na und? Cholesterin und Fett sind die Grundbausteine unserer Zellen und somit Lebensnotwendig. Fett an für sich hat so viele positive Eigenschaften, die durch nichts ersetzbar sind. Und: Abnehmen mit Fett ist viel gesünder und einfacher, als man bisher dachte.

Als Mensch kann man völlig ohne Kohlenhydrate in der Nahrung auskommen. Wir können die Glukose, die wir benötigen, selbst herstellen (siehe Artikel Fettstoffwechsel). Doch viele Fettsäuren und Aminosäuren, kann der Körper nicht herstellen. Wir müssen Sie über die Nahrung zuführen.

Womit wir wieder beim Thema wären: Fett.  Hand aufs Herz: Mögen Sie reines Fett essen? Schneiden Sie den Fettrand am Schinken noch ab? Aber Schlagsahne mögen Sie gewiss doch, nicht wahr? Leider gibt es in unserer Sprache nur einen Überbegriff für Fett, nämlich Fett. Stellen Sie sich einmal vor, es gäbe treffliche Differenzierungen wie: Nahrungsfett Qualitätsstufe A, Nahrungsfett Qualitätsstufe  B, Nahrungsfett Qualitätsstufe  C, ungeeignetes Nahrungsfett... Eine amüsante Vorstellung, doch darum gehts es im Grunde. Wir sollten überflüssiges  Körperfett sprachlich anders bezeichnen als wertvolles Nahrungsfett. Es ist eben nicht alles das gleiche Fett...

Und nun auch noch das: Gesundes Abspecken mit Fett! Ohne Diät? Ohne Jo-Jo-effekt?

Kaum ein Problem, für das es keine Diät gibt. Unzählige Diät-Produkte versprechen schnellen Erfolg bei der Gewichtsreduktion, die Ware Lebensmittel wird mehrfach denaturiert, in Riegel-Form gepresst oder als hochwertiges Eiweißpulver hoch gepriesen. Molke, ein Abfallprodukt  der Käseherstellung, wird als Diät-Drink und als Badezusatz vermarktet, um der Überschussproduktion bei der Milchverarbeitung Herr zu werden.

diaet_fette_cholesterinVon Ayurveda bis Weight Watchers: Durch die größeren Mengen an Kohlenhydraten bei gleichzeitiger Fettreduktion werden Zivilisationskrankheiten und Mangelerscheinungen in Kauf genommen. Bei vielen Hungerkuren reagiert der Körper auf den Nahrungsentzug: Der Stoffwechsel verlangsamt sich, da weniger Energie zugeführt wird. Er schaltet quasi auf Sparflamme um und versucht mit dem Wenigen, was er bekommt, auszukommen. Dabei greift er nicht nur auf die körpereigenen Fettreserven zurück, sondern holt sich die fehlenden Mineralstoffe auch aus dem Gewebe, den Organen, den Zähnen und den Knochen. Das schwächt den Organismus.

Nach einem kurzfristigen Gewichtsverlust bleibt das Gewicht konstant, der Stoffwechsel ist im „Tiefschlaf“. Wird die Diät beendet, bunkern die Fettzellen sofort wieder jegliche Glykose (aus Zucker und Stärke) und füllen sich wieder. Der Jo-Jo-Effekt führt also zur schnellen Gewichtszunahme. Kein Wunder, denn die Kohlenhydratproblematik ist die Grundursache für das Versagen der Reduktionsdiäten. So hat schon mancher durch süßes Obst einen  Abspeckversuch vermasselt, und ordentlich an Gewicht zugelegt.

Kohlenhydrate aus Zucker (auch Fruchtzucker aus Obst!) oder aus Stärke sind Mastfutter, bei niedriger biologischer Verfügbarkeit.  Fetthysterie und Vitaminwahn sind die modernen Themen der Zeit, entbehren aber einer wissenschaftlich fundierten Grundlage. Dabei geht eine kohlenhydratbasierte Ernährung (aus Zucker und Stärke)  am evolutionären Grundbedürfniss unserer Zellen absolut vorbei.

Selbst die "berühmte" Mittelmeerdiät (die fettarm gilt) entspricht nicht der tatsächlichen Alltagskost in den Mittelmeerländern. Dass die Bewohner der Mittelmeerländer im Durchschnitt gesünder sind als wir, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Sie gehen das Leben etwas gelassener an, essen gerne fettreich, und zwar viele tierische Produkte, knabbern kiloweise Nüsse und geniessen gerne ein Gläschen Rotwein, dem man schützende Inhaltsstoffe nach sagt.

Was aber den größten Unterschied zu uns Nordeuropäern ausmacht: Sie sind schon einige 1000 Jahre länger an die Kohlenhydrate gewöhnt als wir, da sich der Getreideanbau etwa vor 10.000 Jahren von Ägypten ausgehend  über die Mittelmeerländer ausbreitete. Ihre Gene sind warscheinlich deshalb etwas besser an die Getreidekost gewöhnt als die der Nordeuropäer, weil Getreide in ihrem Speiseplan bereits einige Tausend Jahre länger vorkommt. Sie genießen quasi einen kleinen Vorsprung. Das hat aber nichts damit zu tun, dass man ihre angeblich bessere Gesundheit auf das Olivenöl zurück führt, oder gar in einer fettarmen Ernährung vermutet.

Eine Nahrungszubereitung, die hauptsächlich auf Olivenöl setzt, verbessert zwar das Omega-6-zu Omega-3-Verhältnis, jedoch nur unzureichend. Wo das Verhältnis der steinzeitlichen Jäger und Fischer von Omega-6- zu Omega-3-Säuren* in der Ernährung noch bei 1:1 lag, liegt es bei unserer heutigen Zivilisationskost bei 15:1 bis 25:1. (*Diese langkettigen Fettsäuren  nennen sich Omega-3, oder Omega-6/ je nach chemischer Struktur)

Um ein ausgewogenes und gesundes Omega-Verhältnis zu erreichen, könnte der Konsum an Omega-6 glatt halbiert werden. Das bedeutet im Klartext: Weniger Getreideprodukte auf dem Teller, dafür mehr gesunde, tierische Fette, Nüsse, Eigelb und Kokosfett anstelle von  Pflanzenölen (wie Maiskeim- und Sonnenblumenöl) und der daraus hergestellten Fettkreationen wie Margarine und Co.

Fette erhalten unsere Zellmembran gesund, sind für deren Kommunikation und Leitfähigkeit unerlässlich: Erst durch intakte Zellmembranen können unsere Zellen untereinander kommunizieren. Eine fettarme Ernährung leistet deswegen Demenz-Krankheiten vorschub! Die Zellen sind dann nicht mehr fähig intakt zu kommunizieren. Die Zellmembranen bestehen zum Großteil aus Fettsäuren. Sie regeln die Durchlässigkeit und Beweglichkeit der Zellen, somit die Verständigung der Zellen untereinander. Dazu zählen der lebenswichtige Austausch von Stoffen, die Wirksamkeit von Hormonen und Enzymen, sowie die Reizleitung unseres Nervensystems. Fette sind unerlässlich für ein gesundes Immunsystem. Und das sitzt zum Großteil im Darm.

Der Aufbau der Zellmembran ist neben der Energieversorgung die wichtigste Aufgabe der Fettsäuren. Je mehr ungesättigte Fettsäuren eine Membran enthält, desto mehr Cholesterin benötigt sie. Etwa die Hälfte der Fettsäuren in den Zellmembranen sind gesättigte Fettsäuren. Und die Folgerung daraus: Je weniger tierische (gesättigte) Fette wir futtern, umso mehr Cholesterin muss unser Körper produzieren! Ohne gesättigte Fettsäuren fehlt es unseren Zellen an der Grundsubstanz! Sie verleihen zusammen mit dem Cholesterin der Membran Festigkeit und Elastizität. Wir benötigen also Fette um unsere Zellen zu stabilisieren. Das bedeutet, sie sind dann weniger anfällig für Krankheitserreger und Eindringlinge.

Meine Damen, einer trockenen Haut fehlt somit eher Fett als Flüssigkeit, sie ist deshalb leichter reizbar und empfindlicher. Wenn der Lippgloss zum Standart wird, die Haut ein Spannungsgefühl erzeugt und leicht reizbar ist, dann fehlt es ihr weniger an einer Hautcreme von außen, sondern an den entsprechenden essentiellen Fettsäuren von innen. Und da ist der richtige Fett-Säuren-Mix genauso wichtig, wie eine ausreichende Menge davon.


Fett ist demnach nicht gleich Fett: Es gibt Fette, die unserer Gesundheit nutzen, und solche, die uns schaden. Es gibt enorme Qualitätsunterschiede in Punkto Fett. Mehr dazu siehe unter Gesunde Fette.

Margarine und Bratfette aus der Tube sind dabei wohl die schlechteste Wahl. Bei der Produktion dieser Spezialfette werden gezielt Trans-Fettsäuren erzeugt, um die technologischen Eigenschaften der Fette zu verbessern (besseres Backergebnis, bessere Streichfähigkeit, usw). Aber die enthaltenen Trans-Fettsäuren erhöhen die LDL-Werte im Blut und reichern sich im Fettgewebe an. Die Membran unserer Zellen wird obendrein geschädigt.

Das gleiche gilt ebenso für alle anderen industriell gefertigten Fettkreationen die bei der Herstellung von Gebäck, keksen, Kuchen, Croissants, Aufback-Brötchen und Brot verwendet werden. Ziehfette (Trans-Fettsäuren) stecken also quasi in allen Backwaren von der Stange. In manchen Ländern sind Transfette in Lebensmitteln inzwischen verboten, in Deutschland sind sie nur in Babynahrung tabu. Dafür sind sie im Kinderkeks und im Lutscher reichlich vorhanden. Wieviele Transfette ein Lebensmittel enthält, steht jedoch nicht auf der Verpackung. Lediglich der Hinweis "enthält  gehärtetes Fett" oder "Teilgehärtet" läßt auf Transfette schließen.

Im Gegensatz dazu verbessern natürliche Fette wie  Butter und Sahne, Butterschmalz, Tierfette von Weidetieren und fettem Fisch, Eigelb (vom Freilandhuhn), Nüsse (ungesalzen), natives Kokosöl und Palmkernfett (nicht zu verwechseln mit Palmin) die Fettsäurenbilanz und senken den Cholesterinspiegel.

Nun benötigt der Körper zwar auch einige hochungesättigte  Fettsäuren, er kann sie nicht selbst herstellen. Doch er benötigt sie in der richtigen Menge und im richtigen Verhältnis! Das verschweigt uns leider das Etikett auf der Ölflasche. Die Mischung macht`s:
Ein Überschuss der einen Fettsäuren oder ein Mangel an anderen Fettsäuren bringt auf Dauer das Gleichgewicht unserer Zellen aus dem Lot. Solche „Gleichgewichtsstörungen“ werden heute für eine Reihe von Zivilisationskrankheiten verantwortlich gemacht.


Wir verdanken diese Schieflage der unverständlichen Hetzkampagnen gegen tierische Fette während der letzten 40 Jahre. Schmalz, Speck, Butter und Sahne sind seither verpöhnt, der Konsum von Pflanzenölen boomt.

Ulrike Gonder beschreibt es originell in ihrem Buch "FETT": ...Mit Leichtbenzin extrahiert, entlezithiniert, entschleimt, entsäuert, gebleicht und desodoriert landen die ach so „gesunden“ Pflanzenöle auf unseren Tellern. So kaufen wir ein „reines Pflanzenöl“, das „cholesterinfrei“ und „reich an lebensnotwendigen Fettsäuren“ ist und sich wegen seines „neutralen Geschmacks“ zum Kochen, Braten, Backen und für Salate eignet. – Mit anderen Worten: Ein weitgehend geschmacksneutrales Öl, mit dem unser Organismus fast nichts mehr anfangen kann...

Und jetzt raten Sie einmal was unser Körper mit diesem ungeeigneten Fett macht? Richtig, er lagert es in den Gefäßwänden als Plaque und im Fettgewebe als "Sondermüll" ab.

Die bisherige Annahme, dass gesättigte Fette (wie Schmalz, Butter, Eigelb und Speck) Arterien verstopfen und Herzkrankheiten verursachen, hat sich inzwischen als falsch herausgestellt. Das Gegenteil ist der Fall: Plaque in Arterien entsteht vor allem aus hochungesättigten (pflanzlichen) Fettsäuren und künstlichen Transfetten. Diese werden, da sie nur schwer zu verdauen sind, in den Gefäßwänden und im Fettgewerbe abgelagert.

Dennoch empfiehlt man uns weiterhin den Konsum von Pflanzenölen. Wer gibt schon gerne zu, dass alle bisherigen Ernährungsempfehlungen auf einem Irrtum beruhen? Rein wirtschaftsorientierte  Interessensvertreter sprechen weiterhin die gleichen Empfehlungen aus, eine ganze Industrie lebt schließlich davon. Die Verantwortung für die eigene Gesundheit trägt jedoch der Konsument, der sich die halbfett-Margarine aufs überflüssige Brot schmieren lässt.

Was sollen wir nun denn essen um eine ausgewogene Omega-Bilanz zu erhalten?
Die richtige Mischung der Fettsäuren, sämtliche Enzyme, Vitamine und Mineralstoffe stecken grundsätzlich nur in tierischem Fett. Denn es enthält genau das, was der Körper braucht.

Der beste Tipp, den man geben kann: Sorgen Sie in der Küche für größtmögliche Abwechslung bei den Fetten, damit die Fettsäurenbilanz stimmt.  Das könnten beispielsweise verschiedene Schmalze zum Braten und Dünsten sein, auch Butter, Kokosöl, frisches Eigelb für Mayonaise. Für Salate eignen sich frische Pflanzenöle, die ausreichend Omega-3-Fettsäuren enthalten (natives Olivenöl).

Das erste Fett in unserem Leben ist bereits rein "tierischer" Natur: Das mütterliche Fett. Die Plazenta filtert die Fettsäuren aus dem Kreislauf der Mutter und gibt sie  an den Fötus im Bauch weiter. Selbst in der rein "tierischen" Muttermilch sind sie in ausgewogenem Verhältnis enthalten. Die Fettsäuren sind für die Zellfunktionen des zentralen Nervensystems sowie für die Netzhaut des Auges unersetzlich. Und das nicht nur beim Kleinkind.


Überraschenderweise ist der Cholesterinspiegel  umso niedriger, je mehr gesättigtes Fett gegessen wird. Wenn wir zu wenig Cholesterin essen, stellt der Körper es selber her. Was "zuviel" an Cholesterin im Blut kreist, stammt deshalb meist aus der eigenen Leber.

Cholesterin ist ein elementarer Baustein aller Körperzellen. Cholesterin ist lebensnotwendig. Es gibt kein "böses" Cholesterin. Die Cholesterinsenkung ist oft unnötig und schädlich. Bis etwa 1970 galt in der Schulmedizin die eiserne Regel: Senioren werden nicht Cholesterin-gesenkt. Dann wurde, rein aus wirtschaftlichen Gründen, die Toleranzgrenze herabgesenkt. Und quasi über Nacht, hatte man Millionen langfristiger Patienten dazugewonnen. Dabei hat Cholesterin  keinerlei Einfluss auf die Entstehung von Arteriosklerose und Herzinfarkt. Im Gegenteil, jede Senkung des Cholesterinspiegels schwächt die Funktionen der Zellen und des Immunsystems. Die katastrophalen, zum Teil tödlichen Auswirkungen des Medikamentes Lipobay führten  zur dessen Rücknahme, Statine werden weiterhin unter anderem Namen verkauft.

Unser Herz besteht zu etwa 10% aus purem Cholesterin, unser Hirn bis zu 20 %. Unser Körper produziert täglich etwa dreimal soviel Cholesterin wie wir verspeisen.  Essen wir weniger Cholesterin, muss unser Körper mehr davon produzieren- und umgekehrt. Eine Schwankung des Cholesterinspiegels ist also völlig normal. Selbst ein hoher Cholesterinwert ist völlig belanglos, wirklich aussagekräftig sind HDL- und Triglycerid-Werte.  Gerne (und unnötig) werden Grenzwerte für die ach so gefährlichen Cholesterinwerte von den Pharmavertretern herabgesenkt, Statine lassen die Kassen klingeln.

Je weniger gesättigtes Fett und Cholesterin gegessen wird, umso höher liegt die Sterberate. Eine fettarme und cholesterinarme Ernährung ist also nicht gesünder. Hoher Cholesterinspiegel, na und? Selbst bei der angeborenen Hypercholesterinämie sterben Patienten infolge der Unterversorgung durch Cholesterin. Weiterhin wird weltweit die medikamentöse Cholesterinsenkung ohne  jegliche Kontrolle auf den Stoffwechsel durchgeführt.

Cholesterin erfüllt eine Fülle von biologischen Funktionen, dient als Nervenschutzstoff sowie als Grundstoff zur Synthese von Sexual- und Stresshormonen. Sie dienen der Potenz des Mannes und der Fruchtbarkeit der Frau, sind am Eiweißaufbau der Muskulatur sowie an der Regulierung des Schlafes beteiligt. Vitamin D wird durch aus dem unter der Haut gelagerten  Cholesterin durch Lichteinstrahlung umgewandelt und ist wichtig bei dem Aufbau des Skelettsystems.  Mit der Senkung eines Cholesterinspiegels geht demnach die Vitamin-D-Bildung zurück und folglich eine Schädigung der Knochen (Osteoporose). Damit nicht genug: Der Mineralhaushalt gerät in Schieflage, die Gallensäureproduktion geht zurück (Darmträgheit/Verstopfung). Cholesteringesenkte Menschen können von der verminderten Leistungsfähigkeit ein Lied singen.

Cholesterin wurde fälschlicherweise als Übeltäter für  Arterienverstopfung und Herzinfarkt verunglimpft. Den Übeltäter gilt es woanders zu suchen: Bei den Kunst- und Ziefetten, beispielsweise.

Fette liefern mehr als Fett:
Palmkernfett ist reich an Laurinsäure, eine gesättigte Fettsäure mit antimikrobiellen Eigenschaften. Kokosfett enthält Caprylsäure, ebenfalls ein effektives Antimykotikum. Butter von Weidekühen ist reich an Spurenelementen, besonders Selen, fettlöslichen Vitaminen und günstigen Fettsäuren (gutes Omega-6- zu Omega-3-Verhältnis).


Aus der Sicht der Evolution sind Pflanzenöle (ebenso wie Margarine und sämtliche Kunstfette) neumodischer Schnickschnack. Unsere paläolithischen Vorfahren wären nicht auf die Idee gekommen eine Olive oder eine Walnuss auszupressen, oder Margarine daraus herzustellen. Allenfalls hätten sie darauf herumgelutscht, dadurch konnte auch kein Öl an der Luft oxidieren.
Sie verspeisten Fette in Form von Eiern und Nüssen, hauptsächlich fettes Fleisch, fetten Fisch und Innereien. Und somit brauchten sie in keiner Tabelle nachzuschlagen, keine Statistiken zu erstellen und keiner modernen Nahrungsempfehlung zu folgen. Denn mit dieser Art der Ernährung bekamen sie alle essentiellen, lebensnotwendigen Fettsäuren in bestens ausgewogenem Verhältnis. Sie waren deswegen gesund und fitt.

Natürlich mussten unsere Vorfahren ihre Nahrung mühsam suchen und die Jagd war anstregend und kräftezehrend: Kilometerlange Märsche auf der Suche nach Wild, kräfteraubende Jagd, der Heimweg war schulterbeladen ebenso sehr mühsam... Saisonale Früchte und wilde Honigstöcke waren als kurzfristige Energielieferaten jederzeit willkommen, weil Leckerein selten waren. Die Natur hat es so eingereichtet, daß wir sämtliche Nahrungsüberschüsse als Fettreserven speichern. Das war immer ein bedeutsamer evolutionärer Vorteil, denn unsere Vorfahren wussten nicht, was morgen auf dem Speiseplan stand. Hungerszeiten konnte man nur durch ausreichende Fettpolster überleben. Dieser Vorteil ist unser heutiges Problem, denn der Kühlschrank ist immer gefüllt und die Jagd nach Nahrung gestaltet sich für die meisten von uns als nicht sonderlich anstrengend.

So können wir diese Erkenntnis nutzen: Wir können unseren Grundumsatz durch regelmäßige Bewegung erhöhen, denn eine kräftige Muskulatur verbraucht mehr Energie, auch im Ruhezustand. Wer rastet, der rostet, lautet ein altes Sprichwort: Eine kräftige Muskulatur ist die beste Stütze für unser Skelett, und ein moderates Training wirkt dem Muskelabbau im Alter entgegen.

Wie ein Muskel bewegt wird, ist ihm relativ egal- hauptsache er wird bewegt! Es gibt also nicht DIE beste Sportart zum Abnehmen, kein Mensch muss joggen oder ins muffige Fittness-Studio gehen. Zügiges Gehen wäre wohl die artgerechteste Methode... Doch Hauptsache, die Art der Bewegung passt zu Ihnen und läßt sich oft in den Tagesablauf integrieren. Sei es, sie radeln zur Arbeit, spielen mit den Kindern eine Runde Tischtennis oder parken Ihr Auto 2 Strassen weiter weg, als bisher.

Durch die artgerechte Ernährung pendeln wir uns quasi wie von selbst auf das für uns vorgesehene genetische Wohlfühlgewicht ein. Und wenn sich die letzten 2 Pfunde auf der Hüfte hartnäckig halten, kann das viele Gründe haben. Unser Körper kennt den Grund: Wenn wir beispielsweise Stress oder  zu wenig Schlaf haben, hält der Körper Reserven zurück. Vielleicht haben Sie aber auch schon Ihr persönliches, genetisch vorgesehenes  Wohlfühlgewicht erreicht?

Oder entspricht Ihr Schönheitsideal etwa einer dürren, kraftlosen Bohnenstange? Dann könnten Sie es mit einer echten "Steinzeitdiät" versuchen (wovon wir aber abraten): Wenig ernergiearme Pflanzennahrung, Verzicht auf tierische Produkte, wenig Eiweiß. Das waren die Probleme der Steinzeitmenschen wenn es nicht viel zu essen gab...

Zudem verändert sich unser Körper im Laufe unseres Lebens. Der Energieverbrauch sinkt ab dem 20. Lebensjahr und macht im Laufe der Jahre zwischen 300- 500 Kilokalorien aus, die wir täglich einsparen müssen, um die Figur zu halten.  Wir benötigen lebenslang die gleiche Menge an Eiweißen, Fetten, Vitaminen und Mineralstoffen. Bei einer "modernen" Ernährung müsste man im Alter den (wasserhaltigen) Gemüseanteil  erhöhen, und gleichzeitig die Kohlenhydratration aus stärkehaltigen Produkten (Zucker, Getreide und Obst) reduzieren, um die Figur zu halten. Gemüse und Salate bringen viel Volumen. Zusammen mit hochwertigem Eiweiß fördert das eine gute Sättigung. Die Fettmenge muss ebenfalls unverändert bleiben, damit alle essentiellen Fettsäuren zugeführt werden können. Bei der artgerechten Ernährung sorgt jedoch der (gesunde!) Appetit für das rechte Maß. Hier gibt es folglich kein Übergewicht, das Gegenteil ist eher der Fall: Bei Senioren lässt oft der Appetit nach, er passt sich automatisch an den verringerten Energieverbrauch an. Das führt zu einer Verringerung der Nahrungsvolumens und somit zwangsläufig zu einem Nährstoffmangel. Hier raten wir zu einer fettigen Kraftbrühe, die täglich getrunken werden darf. Eine gehaltvolle Kraftbrühe ist leicht verdaulich, entlastet die Haushaltskasse, macht keine große Mühe, läßt sich auf Vorrat kochen, und gleicht eventuelle Nährstoffmängel sehr gut aus. In einer guten Kraftbrühe ist noch alles enthalten, was unsere gesunden Vorfahren noch gegessen haben: Wertvolles Knochenmark.

Das Rezept ist denkbar einfach, Sie benötigen lediglich einen großen  Suppentopf, einige Vorratsbehälter und eine gute Abzugshaube: Markknochen, Schlund, Schweineohren, Suppenhuhn oder Kalbshaxe in den großen Topf legen. Mit kaltem Wasser auffüllen und 1 Eßl. Pfefferkörner zufügen, aber KEIN Salz! Alles Aufkochen und bei kleiner Hitze etwa 5 Stunden köcheln lassen. Die Suppe durch ein Sieb schütten (nicht entfetten!) und portionsweise einfrieren. Salzen kann man sie kurz vor dem Verzehr. Die Brühe eignet sich hervorragend dazu andere Gemüsegerichte aufzuwerten. Regelmäßiger Verzehr schützt vor Erkältungen, vor kalten Füßen, vor Migräne, vor Mangelerscheinungen undundund...

Im Kühlschrank ist die Kraftbrühe 3 Tage haltbar.


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