Um das komplexe Thema Artgerechte Ernährung zu verstehen, müssen wir uns etwas mit unserer evolutionsbiologischen Herkunft befassen. Denn in unseren Genen tragen wir diese Vergangenheit noch heute in uns. Deshalb zunächst ein wenig Grundwissen über Evolution:

Wenn Aristoteles noch an eine Welt von unendlicher Dauer glaubte oder die Biblische Sicht eine unveränderliche Welt von kurzer Dauer zeigt, ist unsere Welt alles andere als statisch.

Nach der christlichen Lehre wurde jede Form, jedes Lebewesen eigenständig erschaffen. Nach diesen religiösen Vorstellungen hatte nur der Mensch eine Seele und schloss damit eine Verwandtschaft zu den Tieren kategorisch aus.

Die Welt und ihren Wandel (Evolution) konnte man aber nicht mit typologischem Denken, der Abstammung von Adam und Eva, erklären. Eine andere Sichtweise und Erklärung für den Wandel hatte Charles Darvin. Seine besonders revolutionäre Erkenntnis war, dass der Mensch ein Primat ist und zum Tierreich gehört.

Die Evolutionstheorie (Ausgelöst durch Charles Darwin 1859: „On the origin of species“ /Die Entstehung der Arten) kann inzwischen nicht mehr als Theorie bezeichnet werden. Evolution ist eine Tatsache, denn sie findet ständig statt.

Ein Kreationist*, der seinen Standpunkt nicht verlassen will, kann seinen Irrtum nur verteidigen, denn Beweise hat er nicht vorzuweisen. Wenn er ihn eingesteht ist er kein Kreationist mehr, sondern ein Darvinist. Ist er letzteres, kann er die Evolution nur bejahen, und muss logischerweise und zwangsläufig  die genetischen Gesetzmäßigkeiten anerkennen! Wir leben in keiner statischen Welt, sondern in einer Welt voller Veränderungen. Wir leben in einer Welt, die vor Jahrmilliarden entstand und in einem ständigen Wandel ist: Die Erde kreist um die Sonne, die Zyklen von Tag und Nacht, die Gezeitenschwankungen des Meeresspiegels, der Wechsel der Jahreszeiten, die Klimaveränderungen, die Erdplattenverschiebungen. (*Kreationismus= Festhalten an einer wortwörtlichen Auslegung der Bibel/ Info: Duden)

Dabei wird der Mensch nicht jedes Mal neu erfunden, sondern jedes Individuum gibt Teile seiner Gene an die Nachkommenschaft weiter. Die Nachweise einer gemeinsamen Verwandtschaft im Stammbaum der Arten wurden durch etliche Botaniker, Zoologen, Biologen, durch Genetiker und Molekularbiologen erbracht.

Gene, Individuen und biologische Arten verändern sich innerhalb der Evolution. Sie müssen sich den Gegebenheiten anpassen, sonst halten sie dem Selektionsdruck nicht stand. Eine starke Veränderung einer Population, wie dem Homo Sapiens, entsteht durch  räumliche Abgrenzung dieser Population, starkem „Druck“ von Außen und viel ZEIT.

Eine solche starke Veränderung hat aber in den letzten  20 bis 500 Tausend Jahren nicht stattgefunden. Unsere Gene sind also fast noch die gleichen! 100.000 Generationen waren Jäger und Sammler, 500 Generationen betrieben Ackerbau, aber nur 10 Generationen leben seit Beginn des Industriezeitalters, von moderner Kost, zuviel Zucker und Getreide im Überfluss. Ist es nicht logisch, dass eine grundlegende Änderung der Ernährung immer Auswirkungen hat?



      Nichts in der Biologie hat einen Sinn,
                außer im Licht der Evolution!
                T. Dobzhansky, Genetiker

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