Fettstoffwechsel und Ketonkörper

Aus Fetten bezieht unser Organismus die beste und hochwertigste Energie und Wärme. Fette liefern die Energie für unsere Muskulatur, für unsere Zellen und Organe. Ohne adäquate Energie sind wir schlapp und müde. Bei einer kh-armen Ernährung wird die Energie jetzt nicht mehr aus Kohlenhydraten, sondern aus den zugeführten Fetten bezogen. Deshalb ist die Qualität der Fette so ausschlaggebend und wichtig! Jetzt kommt der Fettstoffwechsel so richtig auf Trab!

Stellen wir die Ernährung nun von der herkömmlichen (kh-basierte) Ernährung auf eine „artgerechte“ Ernährungsweise, d.h. eine extrem kohlenhydratreduzierte (max. 50 g KH pro Tag), aber fett- und eiweißreiche Kost um, schaltet der Körper auf Fettverbrennung um. Dazu benötigt er etwas Zeit. Da wir zuvor die Energie aus KH bezogen haben, muss der Körper nun Gelegenheit bekommen auf Fettverbrennung umzustellen. Das geschieht nicht von heute auf morgen. Je nach Alter, Verfassung und Konsequenz kann die Umstellung einige Tage dauern. Zur Verwertung der Ketokörper müssen sich unsere Muskulatur und das Gehirn erst umstellen. In dieser Zeit kann es sein, dass wir etwas müde sind. Deshalb bitte Rücksicht auf den Körper nehmen, er leistet gerade Schwerstarbeit! Bitte jetzt nicht impfen lassen und keinen Hochleistungssport treiben.

ACHTUNG: Wenn Sie an einer Stoffwechselkrankheit wie an Diabetes leiden oder Herzkrank sind, stellen Sie die Ernährung nur schrittweise und in Begleitung eines Arztes um! Gehen Sie nicht unter 9 Broteinheiten. Denken Sie auch daran Ihre Medikamenteneinstellung in gewissen Abständen zu überprüfen und ggf. zu senken. Bitte auch keine radikale Umstellung in der Schwangerschaft und in der Stillzeit!

Fasten als Jungbrunnen ist oft die letzte Chance bei chronischen Leiden. Physiologisch  wirkt sich das auf die Betroffenen sehr günstig aus. Doch was passiert im Organismus, wenn man eine Weile nichts isst? Die Zuckerspeicher sind nach etwa einem Tag geleert. Dann beginnt der Körper, die lebenswichtige Glukose aus Proteinen herzustellen, etwa aus Muskeleiweiß. Zugleich bildet er aus Fetten einen Glukoseersatz, die Ketone. Junge und gesunde Menschen schaffen reibungslos die Umstellung, bei älteren Menschen kann es etwas länger dauern, je nachdem, wie lange die bisherige Fehlernährung voranging. Anzeichen  dafür können in den ersten Tagen der Umstellung  Müdigkeit und Abgeschlagenheit sein.

Vom dritten Tag an etwa kommt die Energiegewinnung aus Fett richtig in Schwung, an körpereignenem Eiweiß wird möglichst gespaart. Wenn die Stoffwechselumstellung nach 2 Wochen komplett vollzogen ist, kann sich auch das zentrale Nervensystem weitgehend von Fett ernähren.

Zum Abnehmen ist Heilfasten weniger geeignet. Zum einen können nur Personen mit einem ausreichenden Körpergewicht den Nahrungsentzug schadlos überstehen, da der Eiweissabbau nicht unbeträchtlich ist. Zum anderen kehren die meisten "Heilfaster" anschließend zu Ihrer ungesunden Hausmannskost zurück und haben ihr Ursprungsgewicht nach kurzer Zeit wieder erreicht. Heilfasten kann aber als Einstieg in eine  gesündere Ernährung dienen.

Die artgerechte Ernährung beeinhaltet die positive Wirkung des Heilfastens, ohne zu Hungern, sanfter und dauerhaft.

Praktisch alle Zellen (außer dem Gehirn) beziehen nach der Umstellung ihre Energie aus der Verbrennung von Fettsäuren. Weil das Gehirn bisher auf eine kontinuierliche Versorgung mit Glukose (KH werden zu Glukose= Zucker verarbeitet) eingestellt ist, benötigt es auch während der Umstellungsphase (etwa 2-7 Tage) weiterhin diesen Brennstoff.

Da der Fettstoffwechsel bei einer KH-armen  Ernährung (max. 50 g KH pro Tag für einen Erwachsenen) angekurbelt wird, kommt es nach kurzer Zeit zu einer starken Produktion von Ketonkörpern. Diese entstehen in der Leber beim Abbau von Fettsäuren und können nun von allen Zellen des Körpers als Energiequelle genutzt werden. Auch das Gehirn kann nach einer Umstellungsphase von ca. 2-7 Tagen bis zu 80% seines Energiebedarfs aus Ketonkörpern decken und benötigt dann nur noch wenig Zucker aus der Glukoneogenese oder der Nahrung. Das Gehirn kommt in der Ketose sogar mit 50% weniger Glucose (in Form von Ketonen) aus, als bei einer KH-basierten Ernährung.

Die überschüssigen Ketonkörper können nicht im Körper gespeichert werden und werden mit dem Urin ausgeschieden. Das kann man mit Teststäbchen aus der Apotheke nachprüfen. Somit kann man direkt überprüfen, ob der Körper auf Fettverbrennung umgestellt hat.

Befindet man sich in sehr starker Ketose, werden die Ketonkörper auch abgeatmet. Die Atemluft riecht dann nach Aceton. Dieser unangenehme Zustand ist aber nur von kurzer Dauer. Wichtig ist nun eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (2-3 l am Tag), damit die Ausscheidung vonstatten gehen kann. Der Zustand einer leichten Ketose ist für uns Menschen der ideale Zustand, in dem unsere paleolithischen Vorfahren Jahrmillionen gelebt haben. Er besagt lediglich, dass wenig Kohlenhydrate in der Nahrung sind und unser Gehirn seine Energie aus  Ketonkörpern bezieht.

Dieser Zustand ist demnach nicht schädlich, sondern völlig normal und in absoluter Übereinstimmung mit der Evolution. Der Zustand der Ketose ist quasi der "Normalzustand" für uns Menschen. Dieses "Programm" läuft automatisch ab wenn wir eine Fastenkur machen, in Hungers- und Notzeiten. Aber auch Naturvölker, die sich vorwiegend von Fleisch und Fisch ernähren, wie gestillte Säuglinge, leben in Ketose. Ja selbst unsere Vorfahren, die Jäger, Fischer und Sammler, haben, dank der Ketose, die vielen Eiszeiten überlebt.

Die Ketose darf nicht mit dem Begriff der Ketoazidose verwechselt werden, die eine gefährliche Komplikation bei Diabetes- Erkrankungen bezeichnet.

P.S. Wussten Sie, dass viele Olympioniken sich anders ernähren als Amateursportler? Besonders im Ausdauersport ist es wichtig, Glukoseschwankungen zu vermeiden. Interessant ist diese Form der Ernährung für Ausdauersportler, da einerseits die starken Glukose- und Leistungsschwankungen vermieden werden, andererseits der Organismus ausreichend mit allen Nährstoffen versorgt wird.

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