Feuer und Logik

Feuer wärmt uns. Feuer nährt uns. Feuer ist der Auslöser für die Entstehung aller weltlicher Kulturen. Durch das Feuer wurde unsere Ernährung geprägt, wir sind das einzige Lebewesen das kocht. Und das hat seinen Grund.

Ein Geburtsstein in unserer Geschichte war die Entdeckung des Feuers. Durch die Beherrschung des Feuers waren unsere Vorfahren in der Lage sich gegen Raubtiere zu wehren, effektive Jagdwaffen herzustellen, sich zu wärmen.

Gebratene Knochen lassen sich leichter aufbrechen als rohe, um an das Knochenmark zu kommen. Gebratenes Fleisch lässt sich schneller essen, als rohes Fleisch. Es bleibt Zeit für andere Dinge, als nur zur Nahrungsbeschaffung.

Stellen wir uns doch nur den ergreifenden Moment vor, als ein Blitz oder Vulkan einen Brand auslöste und einer unserer affenähnlichen Vorfahren zum allerersten Mal einen brennenden Ast aus dem Feuer nahm. Wenn er ihn nun hoch hielt, war er doppelt so groß. Die Raubtiere konnte er sich jetzt vom Leib halten. Er hatte Macht! War das nicht ein enorm wichtiger Grund sich zu erheben, vielleicht auch der  ausschlaggebende Grund für den aufrechten Gang? Löste dieses Erlebnis die Entwicklung zum fertigen Homo Sapiens aus?

Wir bilden im Tierreich damit eine Ausnahme: Wir sind das einzige Lebewesen das vom Feuer fasziniert ist. So müssen wir unseren Kindern den Respekt vor dem Feuer beibringen. Das ist einzigartig im Tierreich. Das beweist mir, dass die Information "Feuer" in unseren Genen fest verankert ist: Das Feuer gehört wohl seit Jahrmillionen genauso zu uns, wie die Luft zum atmen und das wir uns größer machen wollen, als wir sind.

Die logische Konsequenz daraus ist, dass das Feuer die Entwicklung unserer Vorfahren vom Pflanzenesser zum Fleischesser ausgelöst haben muss. Die Macht des Feuers ist für mich die einzige Erklärung wie sich ein so schwaches Vormenschlein in der Welt der Raubtiere behaupten konnte (auch wenn es durch Funde nicht beweisbar ist). Mit Feuer in der Hand konnte der kleine Mowgli den mächtigen Tiger vertreiben. Damit hat Rudyard Kipling bereits 1895 ein jahrmillionen altes Stück Evolutionsgeschichte geschrieben. Ob er das auch so gesehen hat? Für mich steht jedenfalls fest, ohne Feuer säßen wir noch auf den Bäumen. Feuer hat den Einsatz von logischem Denken extrem sinnvoll gemacht. Durch Feuer kam das Menschlein spielend an die beste aller Nahrung - an nahrhaftes Fett und Fleisch. 

Unser Verdauungsapparat vom Gebiss bis zum Magen und Darm ist eindeutig nicht mehr auf Pflanzliche Nahrung ausgelegt. Es deutet alles darauf hin, dass wir genießende Fleischesser geworden sind.

Und das hat Millionen von Jahren gedauert. Es scheint zwar so, dass auch vegetarische Nahrung funktioniert, es scheint aber auch so, dass sich nach vielen Jahren vegetarischer Ernährung Gebrechen einstellen, die für meine Begriffe auf eine Mangelernährung hindeuten. Eine vegetarische Ernährung die auf Getreide, gekochtem Gemüse, Sojaprodukten, Dosenobst und Pizza basiert, bezeichne ich nicht als vegetarische Ernährung, allenfalls als fleischlose Hausmannskost.

 

 

Anmerkung von U.M. München:


Die Entwicklung zum Karnivoren war keine lineare. Es lebten (bis sich Homo sapiens sapiens letztlich durchsetzte) immer mehrere Gattungen Homo nebeneinander, von denen sich einige bereits z.T zu Karnivoren entwickelt hatten (H. Rudolfensis), andere (wie z:B. Paranthropus boisei, P. robustus und P. aethiopicus) entwickelten gigantische Gebisse, um die trockener werdende Nahrung verzehren zu können. Die vor ca. 2,7 Mio. Jahren beginnende Klimaänderung in Ostafrika, die das Land vom feuchten Dschungel in Steppe und Savanne verwandelte, wurde einerseits durch die Vergletscherung der Arktis und andererseits durch geologische Hebung am Horn von Afrika verursacht.

Organisierte Jagd oder gar die Beherrschung des Feuers ist für diese Zeit nicht belegt. Vereinzelt wird angenommen, dass die erste Aufnahme tierischen Eiweißes durch den Verzehr von Aas großer Wirbeltiere oder dem Ergreifen von Nagern oder Vögeln erfolgt, was eine relativ gefahrlose und Kraft schonende Nahrungsbeschaffung war. Als wegen der zunehmenden Trockenheit das pflanzliche Nahrungsangebot immer knapper wurde, verlegte sich H. erectus im Verlauf der folgenden 500.000 Jahre zunehmend auf die Jagd. Dennoch war der fleischliche Anteil der Nahrung immer noch klein - ungefähr 10% (Charles Egeland, University of North Carolina). Erst ganz allmählich steigerte Homo seine Fähigkeit abstrakt zu denken, komplexere Sozialstrukturen zu entwickeln, was unseren Vorfahren eine immer erfolgreichere Jagd zu ermöglichte.

Naama Goren-Inbar von der Hebräischen Universität nimmt an, dass die älteste gesicherte Nutzung eines Feuers etwa 750.000 Jahre zurück liegt. Mithin also deutlich jünger, als die in Ihrem Text angeführten Jahrmillionen. Andere Meinungen gehen davon aus, dass es weitere 700.000 Jahre dauerte, bis der Mensch in der Lage war, selbst ein Feuer zu entfachen (Weiner/Floss 2004. S. 59 ff).

 

 

 

Das sagt Wikipedia zur prähistortischen Feuernutzung (Stand 2015):

 

Auch wenn diese Annahmen sich wissenschaftlich bestätigen würden, können wir davon ausgehen, dass unsere Vorfahren durchaus in der Lage waren, ein brennendes Feuer (ausgelöst durch Blitzschlag oder fließende Lava/Erdbränden) für eigene Zwecke zu nutzen und am lodern zu halten.   So benutzten Homo rudolfensis und Homo habilis vermutlich schon vor 2,5 Mio. Jahren (!!!) einfache Steinwerkzeuge (wieso nicht auch das Feuer?). Ein weiterer Impuls ging von der Beherrschung des Feuers aus: Der zielgerichtete Gebrauch des Feuers durch den Menschen gilt für Homo erectus vor 790.000 Jahren als nachgewiesen. Die Erwärmung am Feuer half, in der Eiszeit auch kältere Bereiche Europas und Asiens zu besiedeln. Weitreichende Folgen auch auf der Ebene der Evolution könnte das Garen von Speisen mit sich gebracht haben: die Nahrungsdichte pro Mahlzeit stieg, aber der erforderliche Kaudruck nahm ab, daher brauchten Zähne und Kaumuskulatur nur vermindert ausgebildet zu werden. Demgegenüber konnten weitere (auch festere) Nahrungsstoffe erschlossen werden, für deren Bewältigung andere Spezies erhebliche Zeit und Energie (Wiederkäuer) investieren müssen. (Info: Wikipedia/Urgeschichte).

 

 

Die Zähmung von Wildfeuern und später die Kunstfertigkeit, Feuer zu entfachen, waren wichtige Schritte der Menschwerdung. Bei Zunahme der karnivoren Diät, die für Homo habilis, mehr noch für Homo rudolfensis (2,5-1,5 Mill. Jahre) mit Veränderungen an Gebiss und Gehirn belegt ist, war die Verwertung dieser Nahrung durch Garen wesentlich effizienter. Erhitzung – durch Kochen oder Braten über offenem Feuer oder Kochen in heißen Quellen – erleichtert den enzymatischen Aufschluss der Nahrung und entlastet damit den Verdauungstrakt. Außerdem konnte Nahrung durch Räuchern länger haltbar gemacht werden (was anhand von Tierleichen nach einem Buschbrand oder sonstigem verbranntem Fleisch erlernt werden konnte). Das Erhitzen verringerte ferner die Belastung der Nahrung durch krankmachende Parasiten, Bakterien und Viren (Quelle Wikipedia/Feuer).

 

 

 

 

 



 

 

 

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