Gesunde Fette

In der Vergangenheit riet man uns zu Sonnenblumen- und Maiskeimöl sowie  "cholesterinsenkender" Margarine. Heute wird Raps- und Olivenöl empfohlen. Wer`s runter kriegt, darf Leinöl schlucken. Butter ist nun doch wieder gesund. Eier standen schon lange in der Kritik. Mageres Fleisch wird uns empfohlen, aber der Fisch soll fett sein. Ja was denn nun? Mager oder fett? Da verliert man schon schnell den Überblick. Deshalb gehen wir hier einmal ins Eingemachte:

Wozu benötigt unser Körper überhaupt Fette (Lipide)? Und welche sind nun wirklich gesund?

Fette sind zur Aufnahme der fettlöslichen Vitamine erforderlich. Sie sorgen für ein natürliches Sättigungsgefühl. Sie liefern hochwertige Energie. Sie sind für die Funktion von Hormonen und Enzymen unerlässlich. Sie verringern Blutzuckerschwankungen. Unser Gehirn ist auf hochwertige Fette angewiesen. Fette versorgen unsere Zellen bestmöglich und schützen sie vor Umwelteinflüssen. Deshalb ist die Qualität der Fette so wichtig. Nur hochwertige Fette bieten besten Zellschutz, maximale Energie, essentielle Fettsäuren.

Gesunde Fette sind naturbelassene (von natur aus gehärtet, also nicht industriell gehärtet, auch nicht teilgehärtet) Fette wie naturbelassenes Palmkernfett, natives Kokosfett oder tierische Fette von Tieren aus artgerechter Haltung (am besten aus Weidehaltung mit natürlichem Futter, kein Mastfutter). In tierischem Fett stecken sämtliche essentiellen Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe, die unser Organismus benötigt. Und das alles in einem hervorragenden Verhältnis. Die Artgerechte Ernährung basiert auf der Zufuhr von hochwertigen tierischen Fetten und Eiweißen bei gleichzeitiger Kohlenhydratreduzierung, und erfüllt somit die evolutionären Grundbedürfnisse unserer Zellen. Daran sind wir seit Jahrmillionen gewöhnt, aber nicht an raffinierten und gebleichten Pflanzenölen, denen die wichtigsten essentiellen Fettsäuren fehlen oder in einer ungünstigen Menge enthalten sind. Ganz zu schweigen von den enthaltenen Transfetten. Sie entstehen immer bei einer industriellen Verarbeitung der Pflanzenfette. Ungesunde Verbindungen sind also in den meisten Ölflaschen zu finden.

Zunächst möchten wir den Begriff  "Fett" etwas erläutern und ein wenig über die riesigen  "Fett-unterschiede" schreiben. Denn sie wirken auf unseren Organismus unterschiedlich. Anschließend haben wir einige Beispiele für die unterschiedlichsten Omega-Verhältnisse gebracht, damit der interessierte Leser sich selbst ein Bild über die heutige "Schieflage" machen kann, und sich nicht mehr auf die werbewirksamen Aussagen der Lebensmittelindustrie verlassen muss.

Fett ist mehr als nur ein Geschmacksträger

Fett besteht zunächst aus 2 Komponenten: Aus Glyzerin (einem "Frostschutzmittel") sowie verschiedenen Fettsäuren. An jedem Glyzerin hängen in der regel drei Fettsäuren. Diese Grundstruktur haben zunächst alle Fette. Lediglich die Fettsäurenmoleküle können unterschiedlich lang und entweder gesättigt oder ungesättigt sein. Natürliche Fette sind immer eine Mischung aus verschiedenen langen, gesättigten und ungesättigten Fettsäuren. Das ist wichtig zu wissen, denn oft wird behauptet, tierische Fette seien immer gesättigt und daher ungesund. Das stimmt eben nicht.

Gesättigte Fettsäuren machen ein Fett fester, unempfindlicher gegen Hitze, Licht und Sauerstoff.

Deshalb sind Fette mit einem hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren sehr gut und lange haltbar.

Ungesättigte Fettsäuren machen das Fett weicher, flüssiger und empfindlicher. Deshalb verdirbt es schneller. Es wird schnell ranzig und oxidiert mit Sauerstoff.

Fette werden unterteilt in harte Fette oder flüssige Fette. Die einen werden bei Zimmertemperatur flüssig, die anderen nicht. Die Wasserlöslichkeit und den Schmelzpunkt eines Fettes  bestimmen die enthaltenen Fettsäuren. Fettsäuren unterteilen wir pauschal in gesättigte, ungesättigte, sowie einfach- und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Als gesättigt wird eine Fettsäure bezeichnet, wenn sie viele Wasserstoffatome enthält.

Die Natur hat es so geregelt: In den Regionen wo die Sonne für ein heißes Klima sorgt, findet man in den Tieren und Pflanzen, wie beispielsweise der Kokosnuss, hauptsächlich härtende (gesättigte) Fettsäuren, damit sich die Zellmembranen nicht verflüssigen. In kalten Regionen ist das umgekehrt: Die Pflanzen und Tiere enthalten mehr "flüssige" (ungesättigte) Fettsäuren, damit sie bei eisiger Kälte beweglich bleiben. Sozusagen reguliert die Natur den Fettsäuremix automatisch.

Es gibt eine Vielzahl verschiedener Fettsäuren. Die Anteile und die Kombination der Fettsäuren im Fett sind sehr unterschiedlich: Sie unterscheiden sich von Tierfett zu Pflanzenfett, aber auch unter den Pflanzenfetten und den Tierfetten untereinander. Somit ist Fett nicht gleich Fett, es gibt also enorme Unterschiede. So kennen die Polynesier über 50 verschiedene Bezeichnungen für die unterschiedlichsten Fettqualitäten.

Nicht alle Fette sind für unseren Organismus brauchbar oder geeignet. Wichtig für uns sind die Fette, die die richtigen Fettsäuren enthalten und die somit die beste Energie liefern, der Kaloriengehalt zählt. Fettsäuren bestehen aus Kohlenstoff- und Wasserstoffmolekülen. Je mehr Wasserstoffmoleküle und umso weniger Kohlenstoffmoleküle enthalten sind, umso mehr "Brennstoff", eben mehr Energie, erhält der Organismus. Die Energie kommt also durch die Verbrennung von Wasserstoff, die Wärme hauptsächlich aus Kohlenstoff.

Den höchsten Wasserstoffanteil haben tierische Fette. Sie werden als gesättigte Fettsäuren  bezeichnet weil sie mit Wasserstoff "gesättigt" sind. Sie liefern unserem Organismus die beste Energie und Wärme. Diese Energie benötigen wir für alle Lebensprozesse und wandeln sie bei Bedarf in Wärme um. Tierische Fette liefern für uns nicht nur die beste Energie, sie versorgen uns auch mit sämtlichen komplexen Enzymen, Vitaminen, Mineralstoffen, die wir benötigen. Sie haben die beste biologische Verfügbarkeit für uns. Selbst die Bestandteile, die wir zur Verbrennung benötigen, werden gleich mitgeliefert. Dadurch ist tierisches Fett leicht verdaulich und wird schon bei der Aufnahme aus dem Darm anders behandelt als langkettige, ungesättigte Fettsäuren. Die kurzkettigen Fettsäuren (tierische und einige natürliche pflanzliche Fette) werden vom Körper demnach ganz anders behandelt, aufgenommen und verarbeitet, als die vielen langkettigen Fettsäuren (Pflanzenöle). Strittig sind die Pflanzenöle alleine schon, weil sie schnell oxidieren und ranzig werden. Deshalb wird synthetisches Vitamin E den Pflanzenölen zugefügt. Doch wieviel davon in der Ölflasche ist, steht nicht darauf. Besser ist es deshalb allemal  Walnüsse zu essen, als Walnussöl zu trinken.

Ach übrigens: Das Fett der natürlichsten Nahrung eines neugeborenen Menschen ist das Fett der Muttermilch. Es besteht (bei guter Ernährung der Mutter) zu mehr als 50% aus gesättigten Fettsäuren. Wie sollten gesättigte Fette da gesundheitsschädlich sein?

Wobei wir uns nun den flüssigen Pflanzenölen zuwenden: Sie werden im Unterschied zu den tierischen Fetten als "ungesättigte" Fette bezeichnet, weil sie nicht mit Wasserstoff gesättigt sind. Da diese Struktur für unseren Organismus nicht ideal ist, sind sie schwer verdaulich, insbesondere je mehr C- Atome sie haben. Unser Körper kann sie nur schwerlich verbrennen, sie haben also einen niedrigen Energiewert. Die raffinierten Pflanzenöle oxidieren im Organismus: An die Stelle der doppelten Verbindung tritt Sauerstoff, der die Bildung von Oxiden fördert und dadurch Gewebsschädigungen und Entzündungen verursacht. Schützen können wir uns davor durch genügend  Vitamin E (in Eigelb und Butter), aber wer weiß schon darüber bescheid? Wenn Sie gerne Pflanzenöl benutzen, sollten Sie auf die Omega-3-Fettsäuren achten, Öl nur kleine Flaschen kaufen und die geöffnete Flasche im Kühlschrank aufbewahren. Pflanzenöle sind nicht hoch erhitzbar, sollten bald verbraucht werden, denn je älter sie werden umso aggressiver wirken Sie im Körper und rufen so Entzündungen hervor.


Wenn wir uns gesund ernähren wollen, ist sowohl die Qualität der Fette, als auch die Variation der richtigen Fette entscheidend. Nur qualitativ hochwertiges Fett sorgt für besten Zellschutz und liefert qualitativ hochwertige Energie  für unseren Organismus. Nachfolgend sind einige der geläufigsten Fette, die in modernen Küchen verwendet werden, aufgeführt.

Margarine und Bratfette aus der Tube sind dabei die wohl schlechteste Wahl. Die enthaltenen Trans-Fettsäuren reichern sich im menschlichen Fettgewebe an. Bei der Produktion dieser Spezialfette werden gezielt Trans-Fettsäuren erzeugt, um die technologischen Eigenschaften der Fette zu verbessern. Die teilgehärteten Fette schädigen Herz und Gefäße. Wer die Herstellung von Margarine kennt, dürfte kaum noch Lust darauf verspüren. Zwar wird auf der Verpackung mit essentiellen Fettsäuren geworben, eine Unterscheidung der Fettsäuren findet jedoch nicht statt. So können je nach Art bis zu 82-mal mehr Omega-6-Fettsäuren enthalten sein, als Omega-3-Fettsäuren.

Das Palmfett wird aus dem Fruchtfleisch der Ölfrüchte gewonnen. Der Großteil des Fruchtfleisches besteht aus Fett, das in der Regel mithilfe von Wasserstoff gewonnen wird. Palmfett festigt Margarine und ist geeignet zum Braten als auch zum Frittieren. Natürliches Palmfett oder Palmkernfett (Bioladen) darf nicht mit "Palmin" verwechselt werden.

Ungehärtetes Kokosfett ist eine gute Alternative, da es keine Transfette enthält, dafür aber sekundäre Pflanzenstoffe und Vitamine. Es enthält überwiegend gesättigte Fettsäuren, davon bis 50% Laurinsäure. Im Laborversuch reagierten unter anderem Grippe-, Herpes-, Masern-, Hepatitis-C- und Eppstein-Barr-Viren empfindlich auf Laurinsäure. Die enthaltene Caprinsäure griff im Laborversuch auch Pilze an.  Natives Bio-Kokosfett enthält beachtliche Mengen Selen: In 100 g Kokosöl sind rund 35 Mikrogramm Selen enthalten. Zudem ist es leicht verdaulich, wird vom Darm gut aufgenommen und liefert deshalb schnell Energie. Kokosfett ist zum braten geeignet, verfeinert Soßen, oder als Grundlage für einen Brotaufstrich. Ein guter Ersatz für Menschen, die keine Butter oder keine Sahne mögen, oder Sojaprodukte nicht vertragen.

Rapsöl und natives Olivenöl bestehen überwiegend aus einfach ungesättigten Fettsäuren. Das Omega-Verhältnis ist besser als bei den meisten Pflanzenölen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Pflanzenöle das Fettsäurenbedürfnis unserer Zellen ausreichend erfüllen. Durch Züchtung, Gentechnik und der Verarbeitungstechnologie werden die Pflanzenöle dem jeweiligen Modetrend angepasst: Sonnenblumen produzieren jetzt keine Linolsäure mehr, dafür Ölsäure. Rapsöl, zunächst als Lampenöl und Treibstoff genutzt, wird seit den 80-er Jahren mit einem geringeren Anteil an Eruca-Säure gezüchtet, damit es für den menschlichen Verzehr "unbedenklich" ist. Lecitin, ein wichtiger Bestandteil unserer Zellmembranen, wird beim Raffinieren weitgehend entfernt. Durch die Extraktion mit Lösungsmitteln werden nützliche Begleitstoffe den Ölen entzogen. Deshalb sind die Inhaltsstoffe einer ganzen Olive nicht die gleichen, die letztlich im Olivenöl vorkommen. Dafür werden andere "Abfälle" als werbewirksame Additive (Vitamin F) den Ölen wieder zugefügt. Doch in zu großer  Menge oder falscher Zusammensetzung wirken auch diese Zusätze schädlich. Welche Sekundären Pflanzenstoffe oder Transfette zusätzlich im abgefüllten Öl enthalten sind, für was sie gut sind oder auch nicht, interessiert niemanden. Problematisch sind Pflanzenöle schon alleine deshalb, weil sie lichtempfindlich sind, mit Sauerstoff oxidieren und ranzig werden.

Die schönen Etiketten werben gerne mit den enthalteten Fettsäuren im Öl: Statt Sonnen- und Sojaöl wird uns heute Oliven- und Rapsöl empfohlen. Gestylte Margarinen werden uns mit ach so "gesunden" Zutaten verkauft, ihre Zusammensetzung kann man jederzeit an Jedermanns Empfehlungen und Modertrends anpassen. Dabei gehen die jeweiligen Mixturen am wirklichen Bedürfnis unserer Zellen vorbei.

Um ein annähernd akzeptables und gesundes Omega-Verhältnis zu erreichen, müsste der jetzige Konsum an Omega-6  (also Linolsäure) etwa halbiert werden. Das bedeutet praktisch: Zum einen, weniger Getreideprodukte und vor allem eine drastische Einschränkung der oft verwendeten Pflanzenöle wie Weizen- und Maiskeimöl, Sonnenblumen-, Distel- und Sojaöle, der daraus hergestellten Margarinen und anderer Nahrungsfettkreationen. Zum anderen, und das ist noch wichtiger, die Zufuhr einer Vielzahl benötigter hochwertiger, gesättigter Fettsäuren, in Form tierischer Fette. Wieso also nicht eine gesunde und zugleich  kulinarische Auswahl an hochwertigem Schmalz, Butter und Sahne bevorraten?

Butter wird durch zentrifugieren, schlagen und kneten aus Milchfett hergestellt. Außer Milchsäure und Beta-Carotin  dürfen keine Zusätze verwendet werden. Mit rund 80 % Fett enthält sie nur noch Wasser und Spuren von Eiweiß. Also lieber Butter, als teilgehärtete Fette. Durch den hohen Wasseranteil eignet sich Butter jedoch nicht zum Hocherhitzen oder Frittieren, verfeinert jedoch sämtliche Soßen und wird deshalb gerne als Geschmacksträger in allen guten Küchen verwendet.  Biobutter von Weidekühen enthält zudem mehr Omega-3- Fettsäuren als Butter von Stallkühen.

Eine weitere Alternative ist das Butterschmalz, das aus zerlassener Butter durch Abtrennen des Wassers und des Eiweißes hergestellt wird. Dieses Butterreinfett ist lange haltbar und kann auch zum Braten und Frittieren verwendet werden.

Geflügelfette bestehen etwa zur Hälfte aus einfach ungesättigten Fettsäuren und zu einem Drittel aus gesättigten Fettsäuren. Die genaue Zusammensetzung ist auch hier davon abhängig, was die Vögel picken. Das Fett frei laufender Tiere, die auch einmal einen Wurm in den Schnabel bekommen und nicht nur antibiotika-geppeptes Körnerfutter, liefert mehr Omega-3-Fettsäuren, ebenso ihre Eier. Oft wird dem weichen Gäneschmalz etwas Schweineschmalz zugesetzt, damit es etwas härter wird und nicht gleich vom Kochlöffel tropft.

Schweineschmalz ist das ausgelassene Fett des Schweins. Es besteht gut zur Hälfte aus ungesättigten Fettsäuren und zu 40% aus gesättigten. Die  Zusammensetzung hängt, wie bei den Hühnern, von der Fütterung der Tiere ab. Ein guter Metzger hat generell einen guten Schmalz in der Auslage liegen.

 Rindertalg besteht  je zur Hälfte aus gesättigten und einfach ungesättigten Fettsäuren. Deshalb ist er besonders haltbar und hitzebeständig. In Talg frittierte Pommes sollen weniger Fett aufnehmen als in Fittieröl hergestellte. Da es ihn nur selten zu beziehen gibt, kann man ihn auch leicht selbst herstellen. Auch hier gilt: Das Omegaverhältnis ist nur bei Weidetieren ausgewogen.

Im Lammfett überwiegen die gesättigten Fettsäuren. Es ist besonders lange haltbar und hitzebeständig. Leider ist es kaum zu beziehen, die eigene Herstellung lohnt aber den Aufwand (siehe Rezeptteil). Der Geschmack ist, wie beim Rindertalg, sehr speziell und nicht neutral. Doch gerade die Abwechslung bei der Verwendung der Fette sichert die Versorgung mit allen essentiellen Fettsäuren - und macht schließlich die geschmackliche Vielfalt einer guten Küche aus.

Eigelb hat die höchste biologische Verfügbarkeit. Es enthält wichtige Aminosäuren und  außerdem alle Eiweißsorten, die unser Organismus braucht. Es gibt kein Lebensmittel, dass mehr Vitamine* enthält, als ein Ei (*außer Vit.C).


Omega-Verhältnis einiger pflanzlicher Fette

Verhältnis Omega-6: Omega-3
   
Distelöl 150:1
Sonnenblumenöl 120:1
Maiskeimöl 50:1
Olivenöl 10:1
Rapsöl 2:1

 

 

Omega-Verhältnis einiger tierischer Fette

Verhältnis Omega-6: Omega-3
   
Schweineschmalz* 8:1
Hühnerfett* 20:1
Gänseschmalz* 8:1
Riderfett (Flomen)  
- vom Mastrind* 11:1
- vom Weiderind* 1:1
Lamm (Weidetiere)* 1:1
Wildfleisch 1:1
Butter und Butterschmalz 1 bis 2:1
Wildlachs* 1:1 bis 1:4
Hering* 1:1 bis 1:8
Markrele* 1:2

Alle Inhaltsangaben sind gerundet und stammen aus verschiedenen Quellen. Sie können nur der groben Orientierung dienen. Außerdem unterliegt die Zusammensetzung von Lebensmitteln natürlichen Schwankungen. Dies ist auch keine Vollständige Auflistung, sondern soll lediglich dem besseren Verständnis dienen und die Schieflage des Omega-Verhältnisses  verdeutlichen. (* = die Gehalte sind stark fütterungsabhängig)  

Wichtig:  Fleisch, Milch und tierisches Fett, Eier und  Fisch aus artgerechter Haltung  enthalten bis zu 4 mal mehr Omega-3-Fettsäuren als aus konventioneller Haltung. Dieser Unterschied entsteht durch die unterschiedliche Fütterung der Tiere. Natürlich gehaltene Tiere liefern mehr gesunde Fettsäuren, als mit Maisschrot gemästete Kreaturen. Dies bedeutet auch, dass der Verzehr von tierischen Produkten unsere Aufmerksamkeit in den Bereichen der Ethik, Gesundheit, des Umwelt- und Tierschutzes fordert.

Ein optimales Omega-Verhältnis (Omega-6: Omega-3) und weitere wertvolle Fettsäuren im richtigen Verhältnis liefern folgende Nahrungsmittel: Aus artgerechter Aufzucht stammend: Fette Fische wie Hering, Makrele, Lachs, Sardinen, Sprotten, Thunfisch, Bergsee-fische. Sowie: Schnecken, Wildfleisch, Walnüsse, Haselnüsse, Erdnüsse, Beeren, grüne Algen, Wildpflanzen, Wildkräuter. Von Weidetieren: Eier, Fleisch, Innereien, Käse, Milch und Schmalz. Natives Kokosöl, Waldpilze, Sprossen, Blattspinat, Portulak, Leinsaat. Native Öle wie: Leinöl, Rapsöl, Olivenöl.


Hoch ungesättigte Fettsäuren

Unser Körper benötigt zum Leben neben kurz- und mittelkettigen Fettsäuren auch (aber wenige!) hoch ungesättigte Fettsäuren. Diese dienen den Zellmembranen als Strukturkomponente, vor allem in den Hirnzellen bzw. im zentralen Nervensystem und in den Blutgefäßen. Der Körper kann sie nicht selbst herstellen. Es gibt zwei unterschiedliche Arten der mehrfach- bzw. hoch ungesättigten Fettsäuren: Die einen nennen sich Omega-3-Fettsäuren, die anderen Omega-6-Fettsäuren. Diese Bezeichnung leitet sich von Ihrer chemischen Struktur ab. Ein Überschuss von der einen oder ein Mangel der anderen kann an der Entstehung von unerwünschten Entzündungsprozessen beteiligt sein: Vereinfacht gesagt, wird Omega-6 enzymatisch zu entzündungsfördernden Folgestoffen und Omega-3 wird zu entzündungshemmenden Folgestoffen synthetisiert. Wenn wir beide Fettsäuren im richtigen Verhältnis aufnehmen, werden demnach auch die Folgestoffe im ausgewogenen Verhältnis gebildet.Wir müssen also von diesen Fettsäuren nicht nur genügend essen, sondern auch auf ein ausgewogenes Verhältnis achten. Aber wer weiß schon welchen Fettsäure-Mix jedes Individuum benötigt? Was sollte man genau essen, um alle Fettsäuren in richtigem Verhältnis und Maß zu erhalten?

Die alles entscheidenden Fettsäuren  kommen grundsätzlich nur in tierischem Fett vor, und zwar ausgewogen. Jawohl es ist so, ausschließlich in tierischem Fett! Laut den Gesundheitsempfehlungen der letzten 40 Jahre soll es ja angeblich so ungesund sein -aber merkwürdiger Weise enthält es genau das, was der Körper braucht. Inzwischen liegen jedoch "neuere" Erkenntnisse vor, die die tierischen Fette rehabilitieren. Bis es öffentlich zugegeben wird, werden vermutlich noch Jahre vergehen.

 Übrigens war es das erste Fett in unserem Leben: Das mütterliche Fett. Die Plazenta filtert die Fettsäuren  aus dem Kreislauf der Mutter und gibt sie  in bestens ausgewogenem Verhältnis an den Nachkömmling im Bauch weiter. Diese Fettsäuren sind ganz entscheidend an unserer  persönlichen Gehirnentwicklung beteiligt. Interessanterweise liegen im Hirn aller Säuger, die Omega-3- wie die Omega-6-Fettsäuren, in einem völlig ausgewogenen Verhältnis von 1: 1 vor.

Die Muttermilch, ist natürlich auch rein "tierisch"  und enthält ebenfalls noch relativ hohe Mengen (bis zu 200!) der essentiellen Fettsäuren. Eine ungenügende Versorgung  führt schnell zu entsprechenden Einschränkungen der Zellfunktionen im zentralen Nervensystem, vor allem in der Netzhaut des Auges. Und das nicht nur beim Kind.

Noch mehr Wissenswertes zum Thema Fett  unter www.oel-wechsel.com  oder die Literatur von  Ulrike Gonder: Fett/ Hirzel Verlag 2006


Das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3- Fettsäuren in der Ernährung

Verhältnis Omega-6: Omega-3
   

Steinzeitliche Jäger und Sammler

ca. 1:1
Deutschland heute ca. 12 bis 25:1
Muttermilch (je nach Ernährung der Mutter) ca. 5:1 bis 25:1
Empfohlen 1:1 bis 5:1

 Alle Inhaltsangaben sind gerundet und stammen aus verschiedenen Quellen.

 Zusammenfassend kann man sagen:

Ungesättigte Fettsäuren aus der Omega-6- und der Omega-3-Familie sollten in einem Verhältnis von etwa 5:1 bis 1:1 in der Nahrung vorliegen. Das entspräche annähernd dem Omega- Verhältnis in der Nahrung unserer steinzeitlichen Vorfahren. Eine getreidebasierte Ernährung (einschl. dem Einsatz als Mastfutter in der Viehzucht) hat dieses Verhältnis auf etwa 25:1 hochgetrieben, mit allen negativen Konsequenzen für unsere Gesundheit.

Die ausgezeichnete Ernährung der Jägervölker, die hauptsächlich aus tierischen Fetten bestand, mit einem Omega-6- zu Omega-3-Verhältnis von nahezu 1:1,  machte sie biologisch so erfolgreich. Ohne eine ausgezeichnet gute Ernährung hätten sie sich im Fortbestand nicht durchsetzen können. Die Evolution hätte kranke und schwache Menschlein nicht an die Stelle gebracht, wo der Mensch heute steht. Gene verändern sich nur sehr langsam, man spricht von 0,5% spontaner Mutationen in einer Million Jahre. Unsere Gene sind demnach noch immer identisch mit denen der Jäger und Fischer bevor der Ackerbau Einzug hielt. Die Nahrung, die unsere Vorfahren gesund und kräftig hielt, ist die gleiche, die wir heute benötigen.  Raffinierte Pflanzenöle  und die daraus hergestellten Margarinen sind für unsere Gene demnach "Neumodischer Schnickschnack" und gehen am Nährstoffbedürfnis unserer Zellen vorbei.




 

 

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