Getreide

Die durch eine getreidebasierte Kost ausgelösten Vitamin- und Mineralstoffmängel führen zu Entwicklungsstörungen beim Kind, zu Osteoporose und einem geschwächten Immunsystem. Die Omega-6 Fettsäuren im Getreide überwiegen und lösen dadurch tiefgreifende Veränderungen im Fettstoffwechsel aus. In den hohen Mengen, die heute durchschnittlich verzehrt werden, sind Omega-6-Fettsäuren nicht nur absolut schädlich (entzündungsfördernd), sie unterdrücken auch die lebenswichtigen Aufgaben der Omega-3-Fettsäuren. Ein "Übergewicht" der Omega-6-Fettsäuren begünstigt deshalb Entzündungen. Die menschliche Getreidemast und die Zuckerschwemme sind die Hauptursache für unsere Volkskrankheiten. Außer der niedrigen biologischen Verfügbarkeit enthält Getreide jede Menge sekundärer Pflanzenstoffe, sogenannte Antinutriente. Diese Pflanzengifte stecken vor allem im vollen Korn, das ja angeblich so gesund sein soll. Getreide, Zucker und Süßstoffe sind Mastfutter, in der Tieraufzucht und beim Menschen.

Kurz und knapp: Getreide ist für uns Menschen schwer zu verdauen. Auf der einen Seite liefert es nur wenige Nährstoffe in schlechter Bioverfügbarkeit, zum anderen enthält es jede Menge Abwehrstoffe, die den Organismus schädigen. Der "Witz" an der ganzen Sache ist:  Es gibt keine einzige Kohlenhydratmangelkrankheit.

"Der Mensch lebt nicht vom Brot allein"

(Bibel, Matthäus 4,4)


Biologisch und aus Sicht der Evolutionsgeschichte stellt Getreide ein ganz neues Lebensmittel für die Menschheit dar. Die Einführung des Ackerbaus liegt in vielen Gegenden der Welt gerade erst einmal 3.000 -10.000 Jahre zurück. In manchen nördlichen Gebieten der Erde zogen sich die letzten Eiszeitgletscher sogar erst vor etwa 1.000 Jahren zurück. Hier sind es gerade einmal rund 50 Generationen, die sich mit Getreide ernähren (1000 Jahre/20 J.) Seither hatten einige Völker wenig Zeit, sich an dieses neue Nahrungsmittel genetisch zu gewöhnen.

Bis vor 10.000-15.000 Jahren (da begann dann das sogenannte Neolithikum) lebten die Menschen vom Jagen, Fischen und Sammeln. Sowohl unser erster aufrechter Vorfahre, Homo Erectus, als auch der "moderne" Homo Sapiens, weder die Menschen vor der Steinzeit, noch alle anderen Primaten, hatten jemals Getreide, in größeren Mengen, auf ihrem Speiseplan stehen. Mit Beginn des Neolithikum zählte Getreide auch da immer noch nicht zum hauptsächlichen Nährstofflieferant.

Warscheinlich zwang der Hunger unsere Vorfahren zum Getreideanbau. Eine stetig wachsende Bevölkerung führte folglich zur drastischen Reduzierung des Tierbestandes. Die jähe Nahrungsumstellung bekam ihnen jedoch nicht sonderlich gut. Wen wundert`s: Jahrmillionen hatten sie überwiegend von Fleisch und Fett gelebt. Ihr Organismus war auf  tierische Nahrung eingestellt: Die Gene, das Gebiss, der Verdauungstrakt waren (und sind es noch heute) die der Fleischesser. Nun sollten sie von Getreidebrei satt werden? Anhand von Skelettfunden aus dieser Zeit konnte man entdecken, dass die ersten Zivilisationskrankheiten, wie Karies und Knochenerweichungen zeitgleich auftraten. Unser Nährstoffbedürfniss hat sich seither nicht verändert, unser Grundnahrungsmittel hatte sich aber "abrupt" verändert.

 In diesen wenigen Jahren (evolutionär sind 10.000 Jahre nichts) haben wir Menschen unseren Speiseplan umgedreht. Vorgesehen von der Natur ist, das die grasfressenden Tiere die Pflanzen fressen und damit alle Nährstoffe für Ihre Gesundheit aufnehmen. Die Natur hat es ebenso vorgesehen, das wir, der Homo Sapiens, diese Tiere essen und damit alle Vitamine, Enzyme, Fette, Eiweiß und Mineralstoffe  erhalten. So sind wir Mensch geworden - die Natur/Evolution hat Jahrmillionen dazu verwendet. Und letztendlich sind wir auch nur ein Glied in der Nahrungskette (um das zu testen braucht man nur einen unbewaffneten Spaziergang im der Kalahari zu machen). Und jetzt sollen wir plötzlich von Getreide (Kohlenhydraten in jeder Form) leben, das geht. Von dieser Nahrung gesund bleiben, ist für den Menschen nicht möglich.

Schema über den Beginn des Ackerbau (Auszug aus: L. Cordain: Das Getreide/Novagenics 2004)

Ereignis zurückliegende Zeit/Jahre Ort
     
Beginn des Ackerbaus 10.000 Naher Osten
  8.000 Griechenland, Westafrika
  7-8.000 Zentral- und Südamerika
  7.000 China, Indien und Sürostasien
  6.500 Frankreich
  6.000 Zentralafrika
  5.500 Skandinavien, England
     
Züchtung von Weizen u. Gerste 10.000 Naher Osten
Züchtung von Reis 7.000 China, Indien, Südostasien
Züchtung von Mais 7.000 Zentral- und Südamerika
Züchtung von Hirse 5-6.000 Afrika
Züchtung von Sorghum 5-6.000 Ostafrika
Züchtung von Roggen 5.000 Südwestasien
Züchtung von Hafer 3.000 Europa


Getreide mangelt es an einer Reihe von Nährstoffen, die enthaltenen Vitamine und Mineralien haben zudem nur eine niedrige biologische Verfügbarkeit. Die enthaltenen Antinutriente (Sekundäre Pflanzenstoffe) sind für unseren Organismus sogar schädlich.

Seitdem ist viel Getreide gegessen worden, und hat dem Geniesser seine "Nebenwirkungen" beschert. Zwar stimmt es, dass auch Getreide "wertvolle" Bestandteile enthält, das gilt jedoch für Pflanzenfresser. Die haben nämlich auch einen anderen Verdauungstrackt, der mit den darin enthaltenen Schädlingsabwehrstoffen spielend leicht fertig wird. Denn auch die Getreidekörner durchliefen eine Evolution: Sie wehren sich mit verschiedenen Abwehrstoffen (in der Randschicht der Körner) gegen Fremdfraß von Raupen, Käfer & Co. Diese Abwehrstoffe, auch Antinutriente genannt, stecken also in den Randschichten der Körner, somit auch im Vollkornbrot- und Brötchen- und sorgen deshalb bei uns  für allerlei Beschwerden. L. Cordain (Das Getreide/Novagenics) beschreibt detailliert den Zusammenhang zwischen Autoimmunerkrankungen und Getreideverzehr  (ausgelöst durch das Aufeinandertreffen molekularer Mimikry). Dadurch lassen sich die meisten unserer Zivilisationsbeschwerden und Krankheiten erklären.

Aus L. Cordain/Das Getreide/ Novagenics: ....Da sich Primaten und Hominiden im tropischen Regenwald entwickelten, wo sich zweikeimblättrige Pflanzen durchgesetzt hatten, konnte der Körper des Menschen so gut wie keine evolutionären Erfahrungen mit einkeimblättrigen Gräsern (alle Getreidesorten) sammeln. Einkeimblättrige Pflanzen sind die Vorläufer des heutigen Getreides...

Daraus ergibt sich, daß der Mensch überhaupt nicht an Getreide angepasst ist. Denn 4-10 tausend Jahre sind in der menschlichen Evolution ein Wimpernschlag.

Link zur Entwicklung der Gräser und Säugetriere:

http://www.histokomp.de/erdgeschichte-phanerozoikum-erdneuzeit.php

Allergien und Autoimmunerkrankungen (Morbus Crohn, Zöliakie, Diabetes mellitus, Rheuma, chronisches Nierenversagen, Multiple Sklerose) werden mit Getreideverzehr in Verbindung gebracht, wie auch neurologische Störungen wie Epilepsie, Demenz, Schizophrenie und weitere Nervenerkrankungen.


Autoimmunkrankheiten können dann auftreten, wenn Gene verschiedener Arten, nahezu identische Produkte hervorbringen (molekulare Mimikry). Zu Autoimmunerkrankungen kommt es wenn der Körper nicht mehr zwischen eigenen und fremden Proteinen unterscheiden kann. Dass bedeutet, dass unser Immunsystem (und das beginnt im Darm!!) rebelliert, weil es diese "Nahrung" nicht zuordnen kann, sie nicht kennt, an diese Kost nicht angepasst ist, somit nicht verträgt. Dies führt zum Angriff des Immunsystems auf körpereigene Gewebe und schließlich zu deren Zerstörung.

Zu Autoimmunerkrankungen, die sich gegen eine Vielzahl von Körpergeweben richten, zählen Rheumatoide Arthritis (Rheuma), Multiple Sklerose (Knochenschwund) und Diabetes mellitus. Zöliakie sowie Dermatitis Herpetiformis verschwinden, sowie glutenhaltige Produkte gemieden werden.

Ein Grundnahrungsmittel wie Getreide hat nicht nur eine schlechte biologische Verfügbarkeit, es behindert auch die Eisenaufnahme. Eisenmangel betrifft weltweit Millionen von Menschen. Vor allen Dingen dort, wo der Hauptbestandteil der Nahrung aus Getreide besteht. Das Auftreten von Infektionskrankheiten in vielen Entwicklungsländern, die Blutarmut, Rachitis, Knochenerweichungen und die mangelnde Leistungsfähigkeit, sind auf die Ernährung mit Getreide zurück zuführen. Hauptverantwortlich für die schlechte Eisenaufnahme aus Getreide ist der hohe Phytatanteil.

Auch neurologische Störungen wie Epilepsie, Demenz, Schizophrenie und weitere Nervenerkrankungen, werden in enge Verbindung mit Getreideverzehr gebracht. Was die eingeschränkte Bioverfügbarkeit von Eisen bertrifft, gilt ebenso für Calcium, Zink und Magnesium. Sorten wie Sorghum hemmen auch den Biotinstoffwechsel. Das führt zu Hautveränderungen wie entzündliche Akne, Haarausfall, brüchigen Fingernägeln, schuppende Haut. Das niedrige Verhältnis von Calcium zu Phosphor wirkt sich negativ auf das Knochenwachstum aus. Ein Ungleichgewicht (Phosphorüberschuss oder/und Calciummangel) wiederum führt zur Vergrößerung der Nebenschilddrüsen und einem Verlust an Knochensubstanz (Osteoporose).

Weitere  Infos zum Thema Getreide liefert Loren Cordain: Das Getreide/Novagenics

Ein weiterer Aspekt ist der "nächtliche Eiweißzoll" bei einer basierten Kohlenhydratkost. Auch Nachts wenn wir schlafen, benötigt unser Gehirn Glukose. Da es während der Nacht nicht genügend Zucker aus dem Darm beziehen kann, greift der Organismus auf körpereigene Eiweißreserven zurück, und dieser Vorgang schwächt dann Nacht für Nacht das Binde- und Muskelgewebe, folglich auch den Herz- Muskel (Info: Dr.med.Wolfgang Lutz: Leben ohne Brot/Informed).


          
                  

                

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