Kohlenhydrate aus Stärke werden von unserem Organismus zu 100% Glukose (sprich: Zucker) abgebaut, Laktose (Milchzucker) überwiegend zu Galaktose (sprich: Zucker) und Saccharose (Rohr-und Rübenzucker) zu Fructose/Fruchtzucker (also: wieder Zucker). Kohlenhydrate sind quasi nichts anderes als viele aufgereihte Zuckermoleküle. Und die sind meistens so gefürchtet, wenn es ums abnehmen geht. Einfach ausgedrückt: Stärke wird zu Zucker.

Nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit wird unser Blut mit "Zucker" überschwemmt. Gleichzeitig schüttet die Bauchspeicheldrüse Insulin aus. Das Insulin öffnet nun die Körperzellen, damit sie den Blutzucker aufnehmen können. Gleichzeitig schließen sie die Fettzellen damit die Depots für "Hungerszeiten" nicht angegriffen werden. Der Körper hat schließlich gerade das Signal erhalten, dass genügend Zucker vorhanden ist.

Wer sich überwiegend von Zucker und Stärke aus Getreide ernährt, hat demzufolge einen zu hohen Blutzuckerspiegel. Sämtliche Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Eisenmangel, Osteoporose, von Diabetes bis Krebs, werden durch eine getreide- und zuckerreiche Ernährung begünstigt.

Was geschieht nach einer Kohlenhydratmahlzeit?

Die meisten Kohlenhydrate werden schnell zu Einfachzuckern (Monosaccharide) abgebaut, die anschließend vom Dünndarm hauptsächlich als Glukose resorbiert und ins Blut aufgenommen werden (Siehe auch unter: Modernes Leben: Was sind Kohlenhydrate?)

Die Glukose im Blut wird dann zur Leber weitergeleitet. Sind die Leberglykogenlager voll, wird ein Grossteil des Blutzuckers in den Blutkreislauf geleitet.

Nach dem Verzehr von 1000 Kilokalorien Eiweiß, steigt die Insulinkonzentration kaum an. Jedoch: Bei 1000 Kalorien, die überwiegend aus KH bestehen, verdoppelt sich die Insulinmenge. Bei 500 Kalorien Eiweiß und der gleichen Menge Zucker explodiert der Insulinspiegel geradezu.

Unsere Zellen können aber nicht diese Mengen an Zucker, sprich Glukose aufnehmen. Sie sind genetisch nicht dafür gebaut. Deshalb versucht der Körper sich jetzt selbst zu helfen und alarmiert die „Notrufzentrale“: Die Bauchspeicheldrüse produziert nun das Hormon Insulin. Dieses Hormon wird ausgeschüttet, um den Blutzucker zu senken. Die überflüssige Glukose wird dadurch aus dem Blutkreislauf geschleust, in Fett umgewandelt und in den Körperfettzellen deponiert. Sind die schon voll, werden neue Körperfettzellen angelegt und gefüllt.

 Der Glukosespiegel, der in den ersten 45 Minuten in die Höhe schoss, fällt in den darauffolgenden 45 Minuten genau so rapide in den „Keller“. Die nun folgende „Unterzuckerung“ löst einen Heißhunger aus, und es werden bevorzugt wieder schnell verwertbare Einfachzucker gegessen. Damit beginnt die „Schleife“ von vorne.

 Eine KH-Mahlzeit macht deshalb nur etwa 1,5- 3 Stunden satt. Diät-Ratschläge mit 5 bis 7 kleinen (fettarmen und kohlenhydratreichen) Mahlzeiten am Tag wirken sich verheerend aus: Der Insulinspiegel ist ständig am Anschlag, der Zugang zu den Fettdepots ist immer geschlossen. Deshalb können Kohlenhydrat-Diäten nicht funktionieren.

 Somit kann man sagen, das Insulin ein Dickmacherhormon ist: Es senkt den Blutzucker, steigert das Hungergefühl, und steigert die Körperfettbildung. So wie es zum reinsten "Fettmasthormon" werden kann, leistet es unschätzbare Dienste dabei, jede einzelne Zelle zu versorgen.

 Ist die Bauchspeicheldrüse permanent überstrapaziert, führt dies oft zur Altersdiabetes (Typ II), wobei die Bauchspeicheldrüse letztendlich nicht mehr in der Lage ist, genug Insulin zu produzieren. Sie stellt die Produktion quasi ein.

 Außer Insulin produziert die Bauchspeicheldrüse auch das Hormon Glukagon. Es hat die entgegengesetzte Wirkung. Beziehen wir unsere Energie durch Fett, also nicht mehr durch KH, bleibt der Blutzucker auf einem niedrigen Niveau, und somit auch der Insulingehalt.

 Glukagon sorgt für das Ansteigen des Blutzuckerspiegels, für den Abbau von Fettgewebe, sowie zur Appetithemmung. Somit kann man es als Schlankmacherhormon bezeichnen. Bei einer Fett-Eiweiss-Mahlzeit (mit wenigen KH) steigt der Glukagonspiegel an, bleibt über Stunden am Maximum, und sinkt über Stunden sehr langsam ab. Glukagon sorgt dafür, dass die Fettverbrennung in Gang kommt. Die körpereigenen Fettreserven werden nun angezapft- dazu sind sie ja auch schließlich da. Und da wir bei der nächtlichen Ruhephase auch noch Energie verbrauchen, läuft die Fettverbrennung auf Hochtouren- und wir werden quasi schlank im Schlaf.

Das ist auch die Erklärung wieso eine Fett-Eiweiss-Mahlzeit bis zu 11 Stunden satt macht.

 Einfach ausgedrückt:

Insulin wird produziert nach einer Kohlenhydratmahlzeit. Bei einer KH-reichen Ernährung sind das 5-8 Mahlzeiten am Tag. Der Blutzuckerspiegel ist hohen Schwankungen unterlegen. Insulin muss ständig produziert werden.

Glukagon wird produziert nach einer Fett-Eiweiss-Mahlzeit. Bei einer KH-armen, zugleich fettreichen Mahlzeit haben wir nur 2-3 Mal am Tag Appetit. Heißhunger bleibt aus, der Blutzucker konstant. Wir benötigen nur wenig Insulin, dafür wird nun Glukagon ausgeschüttet. Die eigene Körperfettverbrennung kommt in Gang.

Anmerkung: Das Hormon Insulin ist absolut Lebensnotwendig und erfüllt natürlich wichtige Funktionen. Wir wollen hier lediglich verdeutlichen, was ein Zuviel an Zucker und Stärke (Kohlenhydraten) in unserem Organismus auslöst.


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