"Die Milch macht`s" ...?

Oder: Wieso die meisten Menschen keine Kuhmilch vertragen.

Wir möchten nicht darüber schreiben, in wievielen Produkten heute Milch verarbeitet wird. Darüber sollte sich jeder Verbraucher selbst informieren. Wir befassen uns mit dem Zusammenhang zwischen Kuhmilch und der Ernährung des Menschen (unter Einbezug der Logik, denn dieser Aspekt fehlt in den meisten einschlägigen Empfehlungen). Dabei gehen wir hier nicht auf die industrielle Bearbeitung der Rohmilch ein, und was letztendlich davon übrig bleibt...

Die Kuh gibt ihre Milch für ihr Kalb, und eigentlich nur für ihr Kalb, und natürlich nur zeitlich begrenzt, eben solange, bis das Kalb selbst fressen kann.  Die Zusammensetzung der Milch ist ausgelegt auf sehr schnelles Wachstum des Kalbes. Denn das Kalb muss sehr schnell auf eigenen Füßen der Herde folgen können. So hat es die Natur vorgesehen. So verdreifacht sich das Gewicht eines Kaninchens nach 6 Tagen, eines Kalbes nach 47 Tagen und eines Säuglings erst  nach 180 Tagen.

Lt. Jan Kwasniewski liegt das Verhältnis zwischen Fett und Eiweiß in der Kuhmilch bei etwa 1:1. In 100 g Kuhmilch sind so etwa 3 g Fett und 3 g Eiweiß enthalten. In der Muttermilch hingegen beträgt das Verhältnis  ca. 3-4 g Fett auf 1 g Eiweiß. Daher ist Kuhmilch für den Säugling nicht geeignet, denn im Verhältnis zur Muttermilch enthält sie 4 x mehr Eiweiß (weniger wertvolles Eiweiß als das der Muttermilch), 4 x mehr Mineralstoffe, 8 x weniger Vitamin D und E, 4 x mehr Vit. B1 und B2, 2 x weniger Vit. C, über 3 x zu viel Salz, zu wenig Kupfer und Eisen, dagegen zuviel Schwefel, Jod und Mangan.

Geben wir diese Kuhmilch unseren Kindern, dann wachsen sie schneller als Kinder, die mit Muttermilch gestillt werden. Dies ist aber nicht von Vorteil. Lt. Jan Kwasniewski sollten Menschen langsam wachsen und reifen, im Erwchsenenalter nicht viel wiegen und nicht allzu groß sein. Diese Merkmale erhöhen die Chancen auf ein langes und gesundes Leben.

Abgesehen von den schützenden Immunstoffen in der Muttermilch, ist ihre Zusammensetzung genau auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmt. Neben allen Nährbestandteilen enthält sie biologisch aktive Elemente wie weiße Blutkörperchen, Antikörper, Substanzen, die das Wachstum von Bakterien und Viren hemmen, die Abwehrkräfte des indes stärken und es davor schützen, dass sich in seinem Körper Krankheitserreger und Allergien entwickeln.

Die biologischen Nährstoffbedürfnisse eines Kindes sind eben nicht auf Tiermilch ausgerichtet. Es gibt für eine gute Muttermilch keinen adäquaten Ersatz.

Eine hochwertige Muttermilch  ist zu 100% auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmt und gibt ihm alle Nährstoffe, die es in seinem ersten Lebensabschnitt benötigt.

Eine qualitativ hochwertige Muttermilch setzt logischer Weise eine gesunde, artgerechte Ernährung voraus. Darum drehen sich alle Themen auf dieser Info-Seite: Um die artgerechte Ernährung im Sinne der Evolution.

Muttermilch ist nicht gleich Muttermilch. Es gibt riesige Unterschiede, je nach dem, wie sich die Mutter ernährt. Die Muttermilch  ist um so besser, je weniger Kohlenhydrate, weniger Salz  und je mehr hochwertiges Fett und Eiweiß sie enthält.

Eine qualitativ hochwertige Muttermilch kann eine Mutter nur weitergeben, wenn sie sich selbst artgerecht Ernährt. Wenn Sie sich von fertiger Industrienahrung, fett- und nährstoffarm ernährt, fehlen ihrem  Körper  die nötigen Substanzen, die er zur perfekten Zusammensetzung der Muttermilch benötigt.

Ein pausbackiges Kind, das schnell wächst, wird von uns allgemeinhin als gesund und als erstrebenswert angesehen.
Ein mit Muttermilch gestilltes Kind wächst langsamer, und das hat die Evolution nicht ohne Grund so eingerichtet: Unser Gehirn wächst und entwickelt sich erst nach der Geburt zu seiner völligen Größe heran. Dazu benötigt es Zeit. Wir sollen langsam wachsen, damit sich alle Organe in Ruhe entwickeln können. Denn dies ist für uns  seit Jahrmillionen so vorgesehen.

Ziege und Kuh wurden erst vor rund 10.000 Jahren domestiziert.  Vorher gab es keine Pflanzenfressermilch zu trinken- niemals in der Geschichte zuvor. Das ist sicher der Grund, weshalb ein Großteil der Menschen Trinkmilch nicht verträgt: Die Evolution hat diese Nahrungsveränderung nicht einmal registrieren können. Ob A-1-Milch, A-2- Milch, Ziegen- oder Schafsmilch- bleiben für den Menschen eine artfremde Milch. 

Selbst bei der Kuhmilch gibt es enorme Unterschiede. Während der Fettgehalt bei Angler-Rindern bei etwa 5 % liegt, stehen bei der Milchproduktion lediglich die Milchmenge und der Eiweißgehalt im Vordergrund. Bei uns fließt die Milch "gesichtslos" ins Glas. Ein Rind kann vom Typ AA sein, AB oder BB. Alte Rassen haben  andere Gene, liefern andere Produkte (was ebenso mit der Verträglichkeit zusammen hängt).  So gibt es in der Schweiz  Vorstöße, die Milch nach dem Gehalt an Kappa-Casein B zu bewerten. Die Züchtung der alten Rassen ist jedoch aufwändig: Die Rinder benötigen das Doppelte an Stallplatz, alleine schon wegen der Hörner. Sie wachsen langsamer und benötigen viel frisches Futter. Hochleistungskühe bekommen viel Kraftfutter für eine hohe Milchleistung. Viele Betriebe düngen und mähen das Gras häufig. Das schlägt sich auf den Energiegehalt von Heu und Silage nieder - und auf die Zusammensetzung der Milch.

Laut Wikipedia handelt es sich bei einer Laktoseintoleranz (medizinisch eine Kohlenhydratmalabsorption) um eine Milchzuckerunverträglichkeit, bei der der durch die Nahrung aufgenommene Milchzucker (Laktose), als Folge von fehlender oder verminderter Produktion  des Verdauungsenzyms Laktase, nicht verdaut wird. Für 75% der erwachsenen Weltbevölkerung ist Laktoseintoleranz der Normalfall. Nur einige Populationen verfügen über eine Persistenz der Laktaseaktivität im Erwachsenenalter. Kuhmilch im Erwachsenenalter vertragen demnach nur die Völker, die seit langer Zeit Milchwirtschaft betreiben (Nomaden). Hier hat sich eine Mutation durchgesetzt, die dazu führt, dass auch noch im Erwachsenenalter genügend Laktase produziert wird. Vermutlich liegt das daran, dass eine höhere Laktaseaktivität einen Selektionsvorteil (Mineralstoffe, Kalorien) für diese Gruppe bietet.

In Asien und Afrika betrifft die Laktoseintoleranz den größten Teil der erwachsenen Bevölkerung (90% oder mehr), in Westeuropa, Australien und Nordamerika sind es 5-15% (bei hellhäutigen Menschen). In Deutschland leiden nach Schätzungen 15-25% der Gesamtbevölkerung an einer Milchzuckerunverträglichkeit. Laktoseintoleranz gilt nur in Ländern mit verbreiteter Laktoseintoleranz als Nahrungsmittelunverträglichkeit, in allen übrigen Ländern ist dies der Normalzustand bei Erwachsenen.

Alleine diese wenigen Argumente, sind eindeutige Hinweise, dass wir gegen unsere biologische Natur handeln, wenn wir Tiermilch trinken. Aus der Sicht der Evolution ergibt sich daraus, dass Tiermilch nicht für uns Menschen vorgesehen ist.

Weitere Aspekte über die industrielle Weiterverarbeitung der Kuhmilch beschreiben U. Pollmer & Dr. Monika Niehaus in ihrem Buch: Wer gesund isst, stirbt früher (Ausgabe 2008/blv-Verlag) "... Da die frische Kuhmilch heute nicht mehr nach dem Melken zur Molkerei kommt, sondern nur alle 3 Tage abgeholt wird, benötigen die Landwirte spezielle Kühlanlagen zum Lagern der Rohmilch. Kälteliebende Bakterien sorgen nun dafür dass die Milch nicht mehr wie früher sauer wird, sondern faulen kann...."


Meistgelesene Beiträge